Das Atelier der Galerie Bernau ist kein großer Ausstellungsort. Umso beeindruckender ist, was dort gezeigt wurde: mehr als 2.000 Jahre Geschichte, Gegenwart und Zukunft des Humanismus auf wenigen Quadratmetern.
Mit der Ausstellung „Geschichte, Gegenwart und Zukunft des organisierten Humanismus“ wurde am Freitag eine Wanderausstellung eröffnet. Sie führt von den Philosophen der Antike über die Freidenkerbewegung und den Widerstand gegen den Nationalsozialismus bis zu den Herausforderungen einer modernen, vielfältigen Gesellschaft.
Wer das Atelier betritt, merkt schnell: Die Ausstellung erzählt nicht nur Verbandsgeschichte. Sie erzählt die Geschichte von Menschen, die für Selbstbestimmung, Freiheit, Menschenrechte und Demokratie eingetreten sind, dabei oft auf erhebliche Widerstände gestoßen sind und trotzdem ihren Weg gegangen sind.
Die Ausstellung wurde vom Historischen Arbeitskreis des Humanistischen Verbandes Berlin-Brandenburg gemeinsam mit dem Kulturhistorischen Archiv des Verbandes entwickelt.

Humanismus im Hier und Jetzt
Zugleich richtet die Ausstellung den Blick auf die Gegenwart. Sie zeigt, wie Humanismus heute gelebt wird: in Bildung und Beratung, in der Kinder- und Jugendarbeit, in der Seelsorge, in sozialen Einrichtungen und im Einsatz für eine offene und demokratische Gesellschaft.
Eröffnet wurde die Ausstellung von Karina Berg, Vorsitzende des Humanistischen Verbandes Nordbrandenburg und Landeskoordinatorin Brandenburg des Humanistischen Verbandes Berlin-Brandenburg. In ihrer Eröffnungsrede betonte sie:
„Die Geschichte des Humanismus gehört nicht ins Archiv. Sie gehört dorthin, wo Menschen miteinander ins Gespräch kommen.“
Auch auf aktuelle gesellschaftliche Herausforderungen ging Berg ein:
„Deutschland ist heute mehrheitlich konfessionsfrei. Aber Konfessionsfreiheit allein beantwortet noch keine Frage. Sie sagt uns nicht, wie wir miteinander umgehen. Sie sagt uns nicht, wie wir Verantwortung übernehmen. Sie sagt uns nicht, wie wir Freiheit gestalten.“
Humanismus ist deshalb nicht nur historisches Erbe, sondern eine lebendige Orientierung für die Gegenwart.
Bedeutung für den Humanistischen Verband Nordbrandenburg
Für den Humanistischen Verband Nordbrandenburg hat die Ausstellung eine besondere Bedeutung. Seit fast vier Jahrzehnten ist der Verband in Bernau und der Region aktiv und begleitet Menschen in unterschiedlichen Lebensphasen: von der JugendFEIER über Freizeit- und Bildungsangebote bis hin zur weltanschaulichen Begleitung.
Stationen der Ausstellung
Die Ausstellung war zuvor bereits im Landtag Brandenburg sowie in der Bibliothek der Bundeswehr in Strausberg zu sehen. Im Atelier der Galerie Bernau war sie bis zum 12. August 2026 öffentlich zugänglich. Anschließend wandert sie weiter an die Universitätsklinik Brandenburg an der Havel.